Wer seinen eigenen Weg geht,
kann nicht überholt werden.

Schule der Demokratie

„Ich war sehr von dieser Ausbildung begeistert, da ich mich mit dem dahinterliegenden Lern- und Bildungsverständnis sehr stark identifizieren konnte und dieses meine persönliche Reifung gut förderte.“

Ingrid Kromer, Siegrid Jamnig, Otto Kromer &
Anton Rohrmoser (Hg.)

SCHULE DER DEMOKRATIE?
Ein Forschungsprojekt zur Ausbildung von
JugendarbeiterInnen an der kirchlichen JugendleiterSchule in Wien Ober St. Veit
in den Jahren von 1972 bis 1980.

Die 1970er Jahre gelten als Jahre des Umbruchs, der Veränderung und der Krisen – gesellschaftlich wie kirchlich. Das hatte auch die erfolgsverwöhnte Katholische Jugend in Österreich zu spüren bekommen: Drastischer Rückzug aktiver Mitglieder und zunehmender Ausfall von Jugendkaplänen stellten die Verantwortlichen vor die Herausforderung, ihre Arbeit neu zu strukturieren.

Neben anderen Qualifizierungsmaßnahmen wurde der Beruf des Jugendleiters / der Jugendleiterin neu erfunden und eine innovative Ausbildungsstätte geschaffen, welche auch über den kirchlichen Binnenbereich hinaus Aufmerksamkeit und Anerkennung auf sich zog:
Die JugendleiterSchule in Wien Ober St. Veit.

Dass dieses Schulexperiment nach wenigen Jahren vom kirchlichen Träger wieder eingestellt wurde, ist bedauerlich, weil es – so die Erkenntnis aus der vorliegenden Forschungsarbeit – in Form und Inhalt wesentlich zur Stärkung des sozialen und demokratiepolitischen Bewusstseins der AbsolventInnen beigetragen hat.

Neben den Ergebnissen einer Online-Befragung unter AbsolventInnen dieser Ausbildung sowie einer Dokumentation der Schulgeschichte finden sich in diesem Buch auch persönliche Erinnerungstexte von ehemaligen Studierenden und Reflexionen von Lehrenden.

Die spannend zu lesende Publikation im Umfang von 134 Seiten kann gegen einen Druckkostenbeitrag von 14,50 € + Versand bei Anton Rohrmoser bestellt werden.

Bestellungen an: Anton Rohrmoser, 3542 Gföhl, Körnermarkt 4

Email: info@antonrohrmoser.at


Vorwort

Anlässlich des Hausschlussfestes des Seminars für kirchliche Berufe am 26. April 2013 habe ich den Vorschlag eingebracht, eine Dokumentation über die Ausbildung der JugendleiterSchule zu erstellen.

Ich bin Absolvent des ersten Jahrganges der JugendleiterSchule, die Ausbildung war aus meiner Sicht eine Schule der Demokratie und hat uns befähigt, qualifizierte Jugendarbeit zu leisten. Zum damaligen Zeitpunkt gab es enorme Impulse für neue Formen der Jugendarbeit in und auch außerhalb der Kirche – eine aktivierende Arbeit mit neuen sozialpädagogischen Methoden und einer Bewusstseinsbildung über gesellschaftliche Verhältnisse. Kirchliche Jugend‐ und Erwachsenenbildung hat sich den Herausforderungen der Zeit gestellt und ihre Strukturen und Verfahren von einem hierarchischen hin zu einem dialogischen Verständnis transformiert. Die Aufbruchsstimmung durch das II. Vatikanische Konzil mit seinen wesentlichen Erneuerungen in der Kirche gab viel Motivation und Kraft für neue Ansätze.

Die Ausbildung hat unsere Persönlichkeit gefestigt und uns befähigt, in Kirche und Gesellschaft mitzugestalten. Angesichts dieser Erfolgsgeschichte war es für uns unverständlich, dass die JugendleiterInnenausbildung nach nur achtjährigem Bestehen bereits 1980 wieder beendet wurde und dass das Seminar für kirchliche Berufe 2014 geschlossen wurde. Und das zu einer Zeit, in der Laienbildung in der Kirche angesichts des großen Priestermangels eine besonders vordringliche Aufgabe darstellt.

Seit der Schließung der JugendleiterInnenausbildung 1980 hat sich bei mir intuitiv die Idee gefestigt, es sollte eine Dokumentation über die persönlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der JugendleiterSchule erstellt werden. Nachdem ich beim Hausschlussfest mein Anliegen vorbrachte, haben sich Siegrid Jamnig sowie Ingrid und Otto Kromer spontan zur Mitarbeit bei einer Dokumentation bereit erklärt und wir haben nun in drei Jahren die Voraussetzungen dafür geschaffen.

Das vorliegende Dokumentationsprojekt gliedert sich in vier Bereiche:
  • Online‐Befragung unter den AbsolventInnen der JugendleiterSchule
  • Erinnerungstexte von AbsolventInnen aus allen sieben Jahrgängen
  • Chronologie des Projektes JugendleiterSchule
  • Reflexionstexte von ehemaligen Lehrpersonen der JugendleiterSchule
Der Ergebnisbericht der Onlinebefragung unter AbsolventInnen der Jugendleiter Schule liefert wertvolles Datenmaterial für eine entsprechende Würdigung der Ausbildungsform und ihrer Inhalte. Dafür sei allen ehemaligen Studierenden, die sich an dieser Umfrage beteiligt haben, ein herzliches Dankeschön gesagt!

Die Erinnerungstexte der AbsolventInnen verstehen sich als persönlich gehaltene Statements und bieten lebendige Eindrücke aus der Zeit der Ausbildung in den 1970er Jahren. Hierzu sei allen VerfasserInnen nochmals herzlich gedankt!

Die Abfassung einer Chronologie des Projektes JugendleiterSchule war nicht leicht zu bewerkstelligen, weil nicht alle dafür nötigen Dokumente zugänglich waren, einiges konnte aus Privatbesitz ergänzt oder in gemeinsamer Erinnerungsarbeit verifiziert werden.

Ein Dankeschön auch an alle ehemaligen Lehrpersonen, die uns einen Reflexionstext zur Verfügung gestellt haben. Damit lässt sich der Blick auf die Ausbildung in der JugendleiterSchule gut vervollständigen.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Peter Paul Kaspar, dem seinerzeitigen Gründer und erstem Fachvorstand der JugendleiterSchule für seinen Beitrag, der sich mit den grundlegenden Ideen und Konzepten dieser Ausbildungsform befasst.
Zu guter Letzt möchte ich auch meinen lieben KollegInnen im Projektteam für das Aufgreifen meiner Ideen sowie deren Weiterentwicklung und professionelle Umsetzung danken!

Diese differenzierte Analyse über die JugendleiterSchule ist für alle an der Ausbildung Beteiligten eine Reflexionsmöglichkeit über ihre Lern‐ und Berufserfahrungen. Insbesondere kommt darin zum Ausdruck, dass diese Ausbildung vielfältige und weitreichende persönliche wie auch gesellschaftliche Auswirkungen hatte und ihre Schließung einen großen Verlust für eine zukunftsfähige Pastoral und eine zeitgemäße Jugendarbeit darstellt.

Anton Rohrmoser, Projektinitiator

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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